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Zwischen Traumwelten und Realität: wie mich unsere Kreuzfahrt aus meiner Bubble gerissen hat

Kennst du das, wenn dich ein Ereignis nachhaltig beschäftigt? Du einfach einige Zeit brauchst, um das Erlebte zu verarbeiten?


Ich bin im Dezember mit meinem Mann auf der AIDA durch den Indischen Ozean geschippert. Wir machen das schon seit einigen Jahren über den Jahreswechsel, entfliehen sozusagen dem ganzen Weihnachtstrubel, was uns sehr gut bekommt.


Auf unserer Kreuzfahrt haben wir nicht nur atemberaubende Orte entdeckt, sondern auch wieder einmal eine Reise zu uns selbst angetreten.


Wir hatten so viele verschiedene Eindrücke, dass es den Rahmen dieses Posts sprengen würde, sie alle aufzuzählen. Aber ich wäre ja nicht ich, wenn ich nicht die ein oder andere Erkenntnis mit dir zu teilen hätte.


Neben der Tatsache, dass ich anhand diverser Kleinigkeiten wieder einmal festgestellt habe, dass die Deutschen das Mecker-Volk Nummer eins sind und ich zuhause wirklich in meiner ganz eigenen Blase lebe, gab es einen Ausflug, der mich sehr bewegt hat.


Madagaskar. Ein Zwischenstopp voller Kontraste in einem der ärmsten Länder der Welt.


Der Besuch in Madagaskar war für uns mehr als nur eine touristische Expedition. Es war eine ungeschönte Begegnung mit der Realität. Die malerischen Landschaften und exotischen Tiere hätten uns sicher verzaubert, doch unser erster Ausflug ging in ein Dorf, wo wir mit den tiefgreifenden Herausforderungen konfrontiert wurden, die das Land bewältigen muss.


Die Armut und der Mangel an Ressourcen waren nicht zu übersehen. Ein junger Mann, vielleicht 18 Jahre alt, erzählt mir, wie er jedes Jahr eine neue Sprache lernt. Mit schlechtem Internet. Nur über das Smartphone. Ohne Perspektive, jemals mehr damit anfangen zu können als ein paar gebrochene Sätze mit den Touristen vor Ort.


Die Lebensbedingungen vieler Menschen haben mich zutiefst berührt. In den abgelegenen Dörfern, fernab der touristischen Pfade, wurde mir klar, dass wir privilegierten Reisenden oft nur die Oberfläche sehen. Hinter den Postkartenmotiven existiert eine Welt voller Mühen und Überlebenskampf.


Die Kinder, die mit strahlenden Augen auf uns zukamen, offenbarten eine Hoffnung, die trotz aller Widrigkeiten nicht erloschen ist. Doch gleichzeitig drängt sich die Frage auf: wie können wir, die wir in Überfluss leben, dazu beitragen, dass diese Kinder eine bessere Zukunft haben?


Madagaskar hat mich nachdenklich gestimmt. Was ist meine eigene Position in der Welt? Statt die Probleme zu ignorieren, möchte ich dazu ermutigen, sie anzuerkennen und zu verstehen. Denn nur durch das Erkennen der Realität können wir Schritte in Richtung einer nachhaltigen Veränderung unternehmen.


Ich möchte hier auf gar keinen Fall unsere eigenen Probleme oder Herausforderungen klein reden. Wir mögen zwar in der Bedürfnispyramide deutlich weiter oben angesiedelt sein, dennoch haben wir alle ebenfalls Dinge, die uns täglich beschäftigen.


Ich habe für mich schon lange erkannt, dass ich die Welt nicht retten kann. Dennoch möchte ich nicht untätig bleiben. Die Dinge ignorieren, wie es so manch einer unserer Mitreisenden getan hat. Scheuklappen auf und los zum nächsten Ausflug. Um so bestmöglich das Geschehene zu überschreiben wie die Daten auf einer Festplatte.


Besagter Mitreisender empörte sich darüber, wie der Reiseveranstalter uns Gästen so etwas zumuten konnte. Er hat diese Armut schlicht nicht ertragen. Doch statt sich damit aktiv auseinander zu setzen und seine Hilflosigkeit eher in Taten umzuwandeln, die den Menschen vor Ort helfen könnten, entschied er sich für den leichteren Weg.


Die Schuld für seine Emotionen woanders suchen. Der Reiseveranstalter sollte ihm doch gefälligst eine heile Welt vorgaukeln.


Diese ganzen Geschehnisse haben meinen Mann und mich nachdenklich gestimmt. Den nächsten Tagesausflug zu den malerischen Flecken der Insel haben wir ausgesetzt. Denn wir wollten unsere Erinnerungen nicht manipulieren. Das Erlebte einfach ignorieren und durch neue Eindrücke ersetzen.


Denn schließlich ist es doch unsere Eigenverantwortung, mit der Realität umzugehen. Uns war bewusst, welche Reise wir gebucht hatten. Wir haben uns die Route vorab angeschaut.


Dennoch: auch wir waren mit der gleichen Hilflosigkeit konfrontiert wie der zuvor genannte Herr. Du siehst dieses Elend, möchtest schreien oder weinen, weil du genau weißt, dass deine Möglichkeiten begrenzt sind, hier einen positiven Einfluss zu nehmen. Wirklich etwas zu verändern.


Ich habe jedoch für mich beschlossen, dass ich im Rahmen meiner ganz persönlichen Möglichkeiten handeln kann. Mich für Organisationen vor Ort einsetzen, spenden oder ein Patenkind unterstützen.


Was immer deine Möglichkeiten sind, egal wie groß oder klein sie dir erscheinen mögen, das Wichtigste aus meiner Sicht ist: sie sind vorhanden! Also nutze sie!


Natürlich ist es einfacher, die Verantwortung abzugeben. Sie anderen zu überlassen und mit Scheuklappen durch die Welt zu laufen.


Aber willst du das? Willst du andere für dein Glück und deinen Lebensweg verantwortlich machen? Erwartest du, dass dir deine Wünsche von den Augen abgelesen werden, statt selbst in die Verantwortung zu gehen und zu überlegen, was du im Leben bereits alles erreicht hast und welche Möglichkeiten dir noch offen stehen?


Veränderung beginnt bei jedem Einzelnen von uns.


Und ich denke, wir können dankbar sein für alles, was wir jeden Tag um uns herum haben. Vielleicht sogar für unsere Herausforderungen, denn meist finden wir einen Weg, oder?


Vielleicht musste ich auch erst noch einmal aus meiner Bubble herausgerissen werden, um mich zu erinnern, dass es in Teilen dieser Welt wirklich keine Möglichkeiten aus der Situation herausgibt. So konnte ich mir nochmal meine eigene Dankbarkeit vor Augen führen.


Ich wache jeden Morgen in einem warmen Bett auf. Ich habe Mahlzeiten auf dem Tisch und einen sicheren Job.


Dankbarkeit ist der beste Weg zum Glücklichsein. Wir fangen plötzlich an, die kleinen Dinge unseres Alltags zu schätzen. Und wenn wir uns dieses Werts bewusst sind, sorgen wir automatisch viel mehr dafür, diese Dinge aufrecht zu erhalten.


Lass uns gemeinsam reflektieren. Wachsen und unser Bewusstsein schärfen. In die Eigenverantwortung gehen. Die Welt mag voller Herausforderungen sein, aber gemeinsam können wir sie besser machen. Teil mir doch deine Gedanken und Ideen. Lass uns einander inspirieren und die Welt jeden Tag zu einem besseren Ort machen.


Alles Liebe für dich,

Beate. 💃🏽💃🏽💃🏽


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